In dieser Ausgabe des DiFü-Podcasts „D wie Digital“ spricht Redakteurin Maria Beßler mit Greta Schulte, Senior Manager Government & Public Affairs bei N26.

DiFü.de: Greta, wann hast du eigentlich das erste Mal Onlinebanking gemacht?

Greta Schulte, Senior Manager Government & Public Affairs

Greta Schulte: Mit zehn habe ich mein erstes Bankkonto eröffnet. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich das schon von zu Hause aus auf den Weg bekommen habe: Meine Mutter hat bei einer Bank gearbeitet, weswegen ich mit dem ganzen Thema relativ früh in Berührung gekommen bin.

 

DiFü.de: Was brauche ich zum Onlinebanking?

Greta Schulte: Zuerst braucht man ein Bankkonto – wie man das eröffnet, ist von Bank zu Bank unterschiedlich. Bei N26 kann man zum Beispiel mit einem geeigneten Smartphone und dem Personalausweis von zu Hause aus ein Bankkonto eröffnen. Für das Onlinebanking selbst benötigt man zwei Dinge: einmal ein digitales Endgerät wie ein Laptop, ein Tablet oder ein Smartphone. Zweitens braucht man üblicherweise einen zweiten Faktor, um sich zu legitimieren. Das kann zum Beispiel eine PIN sein, die man auf sein Handy geschickt bekommt, oder auch ein biometrischer Faktor. Damit hat man Zugang zu dem Onlinebanking der jeweiligen Bank.

DiFü.de: Wie funktionieren beim Onlinebanking Überweisungen und Kontoauszüge?

Mobiles Bezahlen vs. Onlinebanking

Mobiles Bezahlen bedeutet das Bezahlen mit dem Handy. Im Supermarkt etwa lässt sich statt der Bankkarte das Handy ans Lesegerät der Kasse halten. Onlinebanking hingegen umfasst das Einsehen von Kontoständen, die Einrichtung von Daueraufträgen und vieles mehr.

Greta Schulte: Auch das hängt von der jeweiligen Bank ab. Einfach gesagt überträgt Onlinebanking aber das, was im Analogen geschieht, ins Digitale. Wenn man sich zum Beispiel beim Onlinebanking in sein Konto einloggt, druckt man den Kontoauszug dann eben nicht in der Filiale aus, sondern zu Hause. Oder wenn man eine Überweisung macht, dann trägt man das, was man sonst auf den Überweisungsträger geschrieben hätte, online ein. An manchen Stellen ist Onlinebanking einfacher als Banking in der analogen Welt: Wenn man Daten von einer vorherigen Überweisung speichert, muss man beispielsweise beim nächsten Mal weniger selbst eintragen.

DiFü.de: Praktisch! Welche Vorteile hat Onlinebanking denn noch?

Greta Schulte: Finanzen und Geld sind ein ganz großer Teil unseres Lebens. Dennoch ist es leider so, dass es immer noch sehr viele Menschen gibt, die sich davon überfordert fühlen. Ich glaube, für diese Leute können digitale Geschäftsmodelle wirklich von Vorteil sein: Sie sind zum einen überall verfügbar und zum anderen nehmen besonders die neueren digitalen Geschäftsmodelle Nutzer:innen an die Hand und erklären ganz intuitiv, was zu machen ist.

DiFü.de: Was sind denn konkrete Nachteile oder Gefahren beim Onlinebanking?

Greta Schulte: Die Gefahren liegen weniger im „Banking“, sondern mehr im „Online“. Die sind immer da, wenn ich mich im Internet bewege. Also Fragen wie: Wo gebe ich meine Daten ein? Wie gebe ich meine Daten weiter? Wie finde ich ein sicheres Passwort? Da sind viele Leute noch unsicher. Deswegen sind wir von N26 auch bei Deutschland sicher im Netz mit dabei. Uns ist es sehr wichtig, bei diesem Thema mehr Hilfestellung zu geben, damit Menschen nicht zum Beispiel auf Phishing-E-Mails oder Phishing-Anrufe reinfallen, sondern sich selbstbewusst und sicher im Internet bewegen.

DiFü.de: Kannst du vielleicht kurz erklären, was Phishing-E-Mails sind?

Greta Schulte: Phishing-E-Mails sind E-Mails, die beispielsweise angeblich von meiner Bank kommen und in denen ich darum gebeten werde, über einen Link meine Bankdaten wie meine Kontonummer oder meine persönliche PIN einzugeben. Allerdings stammen diese E-Mails im Falle von Phishing nicht von dem vermeintlichen Absender. Tatsächlich stecken hinter ihnen meistens Kriminelle, die meine Daten verwenden und damit zum Beispiel Transaktionen tätigen – oder mich durch die Phishing-E-Mails dazu bringen, selbst Geld zu überweisen.

DiFü.de: Wie kann ich mich dagegen schützen?

Greta Schulte: Auf den Absender der E-Mail schauen; das sind meistens E-Mail-Adressen, die vorher noch nie mit mir im Kontakt standen. Außerdem: Banken würden mich nie dazu auffordern, Log-in-Daten per E-Mail anzugeben. 

Was man sich auch immer wieder bewusst machen muss, ist, dass die Art, wie ich mich im Internet verhalte, nicht zwingend anders ist als die Art, wie ich mich offline verhalte. Ich laufe ja auch nicht durch die Stadt und strecke allen mein offenes Portemonnaie entgegen. Genauso sollte ich auch im Internet nicht meine Daten einfach preisgeben. Lieber einmal zu selten Daten angeben als einmal zu oft. Wenn ich mir unsicher bin, gibt es verschiedene Angebote, die ich nutzen kann und sollte, zum Beispiel von den Banken selbst, aber auch von Organisationen wie eurer.

DiFü.de: Das sind zwei wichtige Stichwörter – ich habe manchmal das Gefühl, dass Finanzwissen in breiten Teilen der Bevölkerung nicht verankert ist.

Greta Schulte: Ja, das stimmt leider. Es gibt leider Bevölkerungsgruppen, die nicht über viel finanzielles Wissen verfügen. Das Problematische daran ist, dass Menschen, die über weniger finanzielle Bildung verfügen, oft weniger selbstbewusst finanzielle Entscheidungen treffen können und damit immer weiter benachteiligt bleiben. Das ist wie ein roter Faden, der sich da durchzieht. Es gibt Statistiken, die zeigen, dass besonders junge Leute lieber zum Zahnarzt als zur Bank gehen. Denn sie haben das Gefühl, dass sie das, was ihnen in der Bank gesagt wird, gar nicht richtig beurteilen können.

Und das ist ein Vorteil beim Onlinebanking, dass man sich da selbst aufschlauen kann, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das heißt nicht zwangsläufig, dass man sich nur auf digitale Angebote stützt. Was für die jeweilige Person richtig ist, wird sicher immer unterschiedlich sein. Es ist aber gut, dass es inzwischen viele verschiedene Auswahlmöglichkeiten gibt.

DiFü.de: Danke, dass du da warst, Greta!