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D2 | Datensparsamkeit

Hier lernst du, sparsam mit deinen Daten umzugehen. Und du erfährst, wie du prüfen kannst, ob Unternehmen das Thema Datensparsamkeit ernst nehmen.

  • Datensparsamkeit bedeutet das verantwortungsvolle Umgehen mit persönlichen Daten im Internet – egal, ob es sich um die eigenen handelt oder um die von deinen Familienmitgliedern, Freund:innen und Bekannten. Je weniger Daten bei Onlineanbietern gespeichert sind, desto weniger Daten können Hacker missbrauchen, stehlen und an Unbefugte weitergeben.

    Für Onlinedienste in der EU ist dank der DSGVO Datensparsamkeit Pflicht. Anbieter dürfen also nur persönliche Daten von dir abfragen und speichern, die für die Nutzung ihrer Dienste notwendig sind und müssen sie löschen, sobald sie sie nicht mehr benötigen.

  • Du kannst maßgeblich dazu beitragen, dass möglichst wenig persönliche Daten von dir im Netz gespeichert oder gar weiterverbreitet werden. Dazu ein paar Tipps:

    • Deine Anschrift solltest du nur angeben, wenn du Post erwartest oder eine Rechnung erstellt werden muss.
    • Teile deine Telefonnummer nur, wenn sie zwingend für einen Login benötigt wird oder wenn eine telefonische Absprache notwendig ist. Auch fremde Telefonnummern solltest du niemals veröffentlichen.
    • Wenn du dich für einen Online-Dienst registrierst, fülle nur die Felder aus, die du zwingend ausfüllen musst. Meistens sind diese mit einem * gekennzeichnet.
    • Veröffentliche deine Adresse und Fotos von deinem Haus nie in sozialen Netzwerken oder Kommentarspalten.
    • Geh verantwortungsvoll mit den persönlichen Daten deiner Kinder um. Teil auch ihre Fotos und persönliche Daten nicht im Netz.
    • Gib auch die persönlichen Daten von anderen Personen nicht ungefragt weiter.
    • Gib, wo immer es möglich und angebracht ist, nicht deinen Vor- und Nachnamen und deinen Wohnort an. Das betrifft zum Beispiel Chats, Videokonferenzen oder Kontaktportale.
    • Erwäge die Nutzung von Pseudonymen, die keine Rückschlüsse auf deinen Vor- und Nachnamen oder deinen Wohnort zulassen.

    Deine offizielle E-Mail-Adresse, die du für das Online-Banking oder für das Online-Shopping nutzt, solltest du nicht für soziale Netzwerke oder Kommentare auf Nachrichtenseiten verwenden.

  • Wenn du möchtest, dass deine Daten endgültig gelöscht werden, kannst du dein Recht auf informationelle Selbstbestimmung wahrnehmen und aktiv werden:

    Zuallererst solltest du dein Konto beim Anbieter löschen und alle Newsletter abbestellen. Da es manchmal sehr mühsam sein kann, die Schritte hierfür auf der Website zu finden, kannst du auch auf justdelete.me nachschauen, ob dein Anbieter dort zu finden ist.

    Du kannst den Anbieter natürlich auch immer telefonisch oder per E-Mail mit deinem Anliegen kontaktieren. Die Kontaktdaten findest du entweder im Bereich Kundenservice oder im Impressum der Anbieterwebsite. Wenn du trotzdem noch Werbung oder ähnliches erhältst, dann schreib einen Brief an die Datenschutzbeauftragte:n des Unternehmens und setz ihnen eine Frist zur Löschung der Daten. Fordere eine Bestätigung an.

    Wie auch schon beim Datenschutz führt dich dein letzter Schritt direkt zur Datenschutzbeauftragten des Bundeslandes.

    Du kannst die Datenschutzbeauftragte:n eines Unternehmens auch kontaktieren, um eine Liste aller persönlichen Daten zu erhalten, die von dir gespeichert sind. Das ist besonders bei größeren Unternehmen und bei Behörden interessant, die sehr viele Daten von dir speichern.

    Bedenke aber, dass Unternehmen und vor allem Behörden berechtigt sind, für die Auskunft eine Gebühr zu verlangen.

  • Leider nehmen nicht alle Unternehmen das Thema Datensparsamkeit ernst. Mithilfe von Werbung, Geburtstagsgutscheinen oder Anrufen erhoffen sich Anbieter, ihre Kund:innen möglichst lange zu binden. Dafür speichern sie dann auch gerne Daten. Deshalb wäre es sinnvoll, von Anfang an auf Anbieter zu setzen, die nur wenige Daten abfragen. Aber wie erkennt man sie?

    Zwecke der Datenerhebung

    Schau in der Datenschutzerklärung nach, ob der Anbieter dort präzise auflistet, welche persönlichen Daten er wofür speichert. Wenn er ungenau und vage bleibt, verschafft er sich nur mehr Spielraum.

    Transparenz

    Gibt der Anbieter in der Datenschutzerklärung transparent an, ob er deine persönlichen Daten weitergibt? Und wenn ja, an welche konkreten Partner oder Dienstleister? Oder bleibt er auch hier vage? Ist Letzteres der Fall wird es wohl häufiger zu einem Datenaustausch zwischen Unternehmen und Organisationen kommen.

    Rechte

    Schau genau in den Abschnitt, in dem der Online-Anbieter deine Rechte auflistet. Darin sollte er darlegen, wann oder wie deine Daten wieder gelöscht werden können. Macht er keine oder unklare Angaben dazu, kann es womöglich sein, dass deine Daten über Jahre und Jahrzehnte vom Anbieter gespeichert, verarbeitet und gar weitergegeben werden.

Mein Wissen üben Gelernt

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